Als ich den Job als interimistische Studiengangsleiterin annahm, hagelte es sofort gute Ratschläge: jetzt musst Du aber Sport als Ausgleich betreiben, jetzt musst Du Dir aber öfter Wellness gönnen, jetzt musst Du dies, jetzt musst Du das.  Diese Tipps waren gut gemeint, gingen aber an meinen Grundbedürfnissen vorbei. Ja, ich brauche einen Ausgleich zu noch mehr Stress und noch mehr Arbeit.  Aber nein, mit Sport, Wellness, neuen Hobbies  will ich meine Zeit nicht verbringen.

Statt dessen habe ich mir selbst versprochen: ich darf weiterhin Programmieren.  Meine eigenen kleinen Projekte, ohne Vorgaben durch KundInnen. Aus Spass.

(Das ist die Stelle,  wo die meisten Leute voll Unverständnis den Kopf schütteln wenn ich das erzähle. Als ob Programmieren irgendwie absurder wäre als um 6 Uhr morgens im Kreis zu Laufen oder absurder als Modelleisenbahnen bauen oder absurder als sonst eine menschliche Betätigung die nicht bezahlt und doch getan wird)

Dieses Wochenende war es dann endlich so weit: im Zug aus Graz fand ich die Zeit ein kleines Projekt durchzuziehen.

  • Neue Programmiersprache: Ruby on Rails
  • Neues Versionskontrollsystem: Git
  • Aktuelle Problemstellung: Wie merk ich mir nur die hundert Namen und Gesichter der 1.semestrigen?

Die Lösung: “learnfaces”, meine erste Ruby on Rails Applikation.

Da ich nicht die Namen und Gesichter aller StudentInnen öffentlich zugänglich aufs Internet stellen will, ist zwar der Code veröffentlicht (auf github.com), nicht aber die personenbezogenen Daten. Und das fertige Programm ist nur mit FH-Passwort zugänglich auf http://learnfaces.mediacube.at.

Jetzt kann ich das Projekt auch gleich noch im Unterricht als Beispiel verwenden. Und meine KollegInnen und die StudentInnen selbst können das fertige Programm nutzen. Das ist ein Hobby!